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Pergamonmuseum

Antikensammlung, Vorderasiatische und Islamische Kunst

Was das Pergamonmuseum von den meisten anderen Museen, die ich kenne unterscheidet ist die Art und größe der ausgestellten Objekte. Besonders schön und sehenswert sind die aus Orginalteilen nachgebauten Fassaden, Tore und Tempel.

Gleich im ersten Raum erwartet den Besucher ein beeindruckender Anblick. So sah es aus, auf dem Burgberg in Kleinasien, im zweiten Jahrhundert vor Christus:

Pergamon Altar

Zugegeben, die Leute damals hatten keine Digicam in der Hand, und waren wohl auch anders gekleidet. Um einen Eindruck zu bekommen, wie es damals ausgesehen hat, ist der wiederaufgebaute Altar aber auf jeden Fall ein Meisterstück. An den Wänden des Raumes sind die Reliefs von der Rückseite des Altares zu sehen. Wer sich also für griechische Mythologie interessiert kann also auf 360 Grad den Kampf der Götter mit den Giganten nachvollziehen.

Weiter geht es zum nächsten Raum, wo das Markttor von Milet wartet. Links die Treppen hoch, und von der Bank aus kann man die Fassade aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus auf sich wirken lassen. Sehr schön bei dieser Geschischichtsreise ist, dass der Audio-Guide nicht nur Hintergründe erzählt, sondern auch auf einem kleinen Bildschirm zum passenden Zeitpunkt eine Karte bereithält.

 

Ein drittes Highlight ist dann das Ischtar-Tor aus dem 6. Jahrundert vor Christus. Im Orginal wiederaufgebaut vermittelt es einen Einblick in die babylonische Kultur, wo es Teil der Stadtmauer war und früher zu den sieben Weltwundern gezählt hat. Auch hier wieder ein Rundum-Erlebnis, das in den angrenzenden Räumen durch kleinere, aber immer noch stattiche Exponate aus dieser Zeit und Region ergänzt wird.

Ischtar Tor

 

Ein Stockwerk weiter oben ist islamische Kunst zu sehen. Vasen, Schalen und Schmuck wechseln sich ab mit Räumen, die großflächig edle Teppiche mit den für Zeit und Region typischen Mustern zeigen. Weiter im Rundgang sind auch hier einige Räume und Eingangsbereiche nachgebaut, wo der Besucher sozusagen mittendrin ist in Kunst und Geschichte.

Insgesammt ist beim Pergamon-Museum zu beachten, dass ein Besucher sich zu den Hauptzeiten teilweise länger anstellen muß. Wer die Wahl hat sollte also nicht gerade am Samstag Nachmittag kommen, wenn die Reisebusse außen Schlange stehen. Für den kulturinteressierten Berliner lohnt sich sowieso die Jahreskarte, die es für 40 Euro in den staatlichen Museen gibt, und mit der man sich auch das Anstellen sparen kann.