Kategorie-Archiv: Museum

Der 100er Bus vom Zoo zum Alex

Ein relativ bekannter Tipp für Berlin-Besucher und Einheimische ist die Buslinie 100. Vom Zoologischen Garten zum Alexanderplatz und zurück fährt diese Linie in zwei mal dreißig Minuten.Während man die Strecke mit der S-Bahn direkt in zwölf Minuten zurücklegen kann liegt der Vorteil beim 100er Bus gerade darin, dass er nicht direkt fährt, sondern eine Route mit schöner und interessanter Aussicht auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nimmt. Vom Zoo zur Gedächtniskirche, weiter an den Botschaften vorbei zur Siegessäule, passiert man Schloß Bellevue, das Haus der Kulturen der Welt und kommt dann zum Reichstag am Platz der Republik. Den Blick auf das Brandenburger Tor zuerst von der einen Seite und dann, wenn es “Unter den Linden” weiter geht von der anderen. Die Prachtstraßeentlang bis zur Museumsinsel. Zwischen der Baustelle für das Stadtschloß und dem Lustgarten durch, am Berliner Dom vorbei geht es dann richtung Fernsehturm und schließlich zur Endstation am Alexanderplatz. Als Fahrgast hat man dann mit einem einfachen Ticker für 2,60 Euro die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gesehen. Kein Geheimtipp mehr, trotzdem gibt es fast immer einen Platz, denn zwischen 7 und 0 Uhr startet alle 10 Minuten ein Bus, oft ein Doppelstöcker, der besonders gute Aussicht bietet. Hier gibt es in Zukunft ein Hörbuch, das als Audio-Guide die Strecke kommentiert und Informationen zu dieser für das Sightseeing so beliebten Strecke bietet.

Pergamonmuseum

Antikensammlung, Vorderasiatische und Islamische Kunst

Was das Pergamonmuseum von den meisten anderen Museen, die ich kenne unterscheidet ist die Art und größe der ausgestellten Objekte. Besonders schön und sehenswert sind die aus Orginalteilen nachgebauten Fassaden, Tore und Tempel.

Gleich im ersten Raum erwartet den Besucher ein beeindruckender Anblick. So sah es aus, auf dem Burgberg in Kleinasien, im zweiten Jahrhundert vor Christus:

Pergamon Altar

Zugegeben, die Leute damals hatten keine Digicam in der Hand, und waren wohl auch anders gekleidet. Um einen Eindruck zu bekommen, wie es damals ausgesehen hat, ist der wiederaufgebaute Altar aber auf jeden Fall ein Meisterstück. An den Wänden des Raumes sind die Reliefs von der Rückseite des Altares zu sehen. Wer sich also für griechische Mythologie interessiert kann also auf 360 Grad den Kampf der Götter mit den Giganten nachvollziehen.

Weiter geht es zum nächsten Raum, wo das Markttor von Milet wartet. Links die Treppen hoch, und von der Bank aus kann man die Fassade aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus auf sich wirken lassen. Sehr schön bei dieser Geschischichtsreise ist, dass der Audio-Guide nicht nur Hintergründe erzählt, sondern auch auf einem kleinen Bildschirm zum passenden Zeitpunkt eine Karte bereithält.

 

Ein drittes Highlight ist dann das Ischtar-Tor aus dem 6. Jahrundert vor Christus. Im Orginal wiederaufgebaut vermittelt es einen Einblick in die babylonische Kultur, wo es Teil der Stadtmauer war und früher zu den sieben Weltwundern gezählt hat. Auch hier wieder ein Rundum-Erlebnis, das in den angrenzenden Räumen durch kleinere, aber immer noch stattiche Exponate aus dieser Zeit und Region ergänzt wird.

Ischtar Tor

 

Ein Stockwerk weiter oben ist islamische Kunst zu sehen. Vasen, Schalen und Schmuck wechseln sich ab mit Räumen, die großflächig edle Teppiche mit den für Zeit und Region typischen Mustern zeigen. Weiter im Rundgang sind auch hier einige Räume und Eingangsbereiche nachgebaut, wo der Besucher sozusagen mittendrin ist in Kunst und Geschichte.

Insgesammt ist beim Pergamon-Museum zu beachten, dass ein Besucher sich zu den Hauptzeiten teilweise länger anstellen muß. Wer die Wahl hat sollte also nicht gerade am Samstag Nachmittag kommen, wenn die Reisebusse außen Schlange stehen. Für den kulturinteressierten Berliner lohnt sich sowieso die Jahreskarte, die es für 40 Euro in den staatlichen Museen gibt, und mit der man sich auch das Anstellen sparen kann.

Gar nicht so neu: Neues Museum

Wenn man die Namen hört, Altes Museum, Neues Museum erwartet man erst einmal Ausstellungsstücke, die alt sind – es handelt sich ja schließlich um ein Museum – oder nicht ganz so alt, denn im Namen ist ja schließlich ein “Neu”. Betritt man dann das “Neue” Museum, so wird einem klar, daß sich die Bezeichnungen nur auf die Gebäude beziehen, und auch da ist “neu” relativ.

Die orginalen Säulen

Aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt das Gebäude, es ist also 30 Jahre jünger, als das “Alte”, nebenan. Gebaut wurde es auch um Stil von Schinkel, von dessen Schüler Friedrich August Stüler, aber darauf einzugehen wäre ein eigener Artikel. Ein Geheimtipp ist es für Berlin -  Besucher unter anderem weil die Schlange meistens überschaubar ist, und die Qualität der Ausstellung und Ausstellungsstücke wie überall auf der Museumsinsel sehr hoch ist. Wer also Interesse hat, an alter Ägyptischer Kultur und an Vor- und Frühgeschichte wird hier eine interessante Zeit haben.

Sarkophag im Neuen Museum in Berlin

Der kostenlose Audioguide ist wie immer zu empfehlen, und dann beginnt man am besten ganz unten. Bei den Ägyptern dreht sich natürlich vieles um Totenkult und Sonnengott, dementsprechend beginnt der Rundgang auch mit Sarkophagen, führt dann über Statuen, alte Gebrauchsgegenstände und Papyrus-Inschriften zum grischischen Hof, wo man Zeus, Hera und Athene trifft. Auf dem Weg nach oben geht es vorbei Schliemanns Ausgrabungen zu Troja, an den römischen Ausstellungsstücken ins Mittelalter, wo dann auch das Kupferstichkabinett seine Exponate zeigt.

Bücher - Neues Museum

Auf Ebene 2 ist die Büste der Nofretete zu sehen, die Weltbekannt, und in einem eigenen Raum zu sehen ist, wo ein bis zwei Museumsangestellte darauf achten, dass jar keiner ein Foto macht. Überall sonst ist das Fotografieren natürlich erlaubt, nur bei empfindlichen Ausstellungsstücken muss es ohne Blitz sein. Das oberste Stockwerk ist dem Deutsch-Russischen Verhältnis gewidmet, und es gibt Deutsche Ausstellungsstücke aus Russland und russische Ausstellungsstücke aud Deutschland, sowie  Herrscher, die für beide Länder wichtig waren zu sehen.

Top 10 Berlin Sightseeing: Museumsinsel

Alles in allem ist das Neue Museum einen oder mehrere Besuche wert, weil es authentische Stücke zeigt und die Ausstellung von Objekten und Räumlichkeitenher vielseitig ist.