Kategorie-Archiv: gar kein Geheimtipp

Diese Tipps sind eigentlich gar nicht “geheim”. Trotzdem sind sie, wie wir finden einen Besuch wert.

Der 100er Bus vom Zoo zum Alex

Ein relativ bekannter Tipp für Berlin-Besucher und Einheimische ist die Buslinie 100. Vom Zoologischen Garten zum Alexanderplatz und zurück fährt diese Linie in zwei mal dreißig Minuten.Während man die Strecke mit der S-Bahn direkt in zwölf Minuten zurücklegen kann liegt der Vorteil beim 100er Bus gerade darin, dass er nicht direkt fährt, sondern eine Route mit schöner und interessanter Aussicht auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nimmt. Vom Zoo zur Gedächtniskirche, weiter an den Botschaften vorbei zur Siegessäule, passiert man Schloß Bellevue, das Haus der Kulturen der Welt und kommt dann zum Reichstag am Platz der Republik. Den Blick auf das Brandenburger Tor zuerst von der einen Seite und dann, wenn es “Unter den Linden” weiter geht von der anderen. Die Prachtstraßeentlang bis zur Museumsinsel. Zwischen der Baustelle für das Stadtschloß und dem Lustgarten durch, am Berliner Dom vorbei geht es dann richtung Fernsehturm und schließlich zur Endstation am Alexanderplatz. Als Fahrgast hat man dann mit einem einfachen Ticker für 2,60 Euro die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gesehen. Kein Geheimtipp mehr, trotzdem gibt es fast immer einen Platz, denn zwischen 7 und 0 Uhr startet alle 10 Minuten ein Bus, oft ein Doppelstöcker, der besonders gute Aussicht bietet. Hier gibt es in Zukunft ein Hörbuch, das als Audio-Guide die Strecke kommentiert und Informationen zu dieser für das Sightseeing so beliebten Strecke bietet.

Checkpoint Charlie

Am Checkpoint Charlie muss man gewesen sein, wenn man in Berlin war. Hier fahren die Reisebusse reihenweise entlang, und die Touri-Quote ist wirklich hoch. Der ehemalig wichtigste Grenzübergang zwischen sowjetischem und amerikanischen Sektor liegt am Ende der Friedrichstraße und es sind dort einige Museen zur Besatzungszeit sowie zahlreiche Fast-Food Filialen und Souvenir-Läden. Genau hier haben sich auch viele Start-Ups und IT-Unternehmen angesiedelt, sodass es zwischen den Besuchern, die gemütlich entlang schlendern auch immer wieder Leute mit einem Coffee-To-Go auf dem weg in die oder aus der Arbeit hindurchschlängeln.

Bild vom Haus am Checkpoint Charlie

Darüber hinaus gibt es wieder aufgestellte Stücke der Berliner Mauer zu sehen und natürlich diverse in China produzierte Sowjet-Mützen, Anhänger und Gimmicks. Wände mit Fotos und Texten beschreiben und zeigen, was hier zu Kriegsende und zur Zeit des Mauerbaues stattgefunden hat und wie es dabei aussah. Ganz wichtig natürlich für alle Leute die auf Klassenfahrt sind: Das Foto mit dem als Grenzposten verkleideten “Stand-Up-Artist”, für Facebook und Google+.

Obwohl es natürlich überhaupt kein geheimer Tipp ist, finde ich einen Besuch hier trotzdem irgendwie nett. Es liegt ja sozusagen auf dem Weg, wenn man die Friedrichstraße entlang spaziert,  und wenn man den Backpacker-Kommerz  mit einem freundlichen Schmunzeln kommentieren kann, sollte man an dieser geschichtsträchtigen Kreuzung schon mal vorbeischauen.

Gendarmenmarkt

Der schönste Platz in Berlin ist meiner Meinung nach am Gendarmenmarkt. Umgeben vom Deutschen Dom, dem Konzerthaus und vom Französichen Dom ist dieser bereits im 17. Jahrhundert entstanden. Zentral in der Mitte steht das Denkmal von Friedrich Schiller, nach dem der Platz auch früher benannt war.

Bild vom Weihnachtsmarkt Gendarmenmarkt

Der Weg von an der Friedrichstraße entlang von der Spree zum Checkpoint Charlie steht natürlich auf jedem Sightseeing-Programm, und auf Höhe der Französischen Straße ist der Markt auch schon zu sehen. Zur Adventszeit ist der Platz abgesperrt, und nur gegen einen Euro Eintritt zu betreten, denn dann sind Buden zum Geschenke kaufen, zum Essen und Glühwein trinken aufgebaut. Bei schlechtem Wetter gibt es auch einige Regen- und Winddichte Zelte, in denen man Raclette-Käse, Makronen und Bratwürste zu nicht gerade günstigen, aber noch akzeptablen Preisen bekommt.

Bild vom Gendarmenmarkt und Konzerthaus

Pergamonmuseum

Antikensammlung, Vorderasiatische und Islamische Kunst

Was das Pergamonmuseum von den meisten anderen Museen, die ich kenne unterscheidet ist die Art und größe der ausgestellten Objekte. Besonders schön und sehenswert sind die aus Orginalteilen nachgebauten Fassaden, Tore und Tempel.

Gleich im ersten Raum erwartet den Besucher ein beeindruckender Anblick. So sah es aus, auf dem Burgberg in Kleinasien, im zweiten Jahrhundert vor Christus:

Pergamon Altar

Zugegeben, die Leute damals hatten keine Digicam in der Hand, und waren wohl auch anders gekleidet. Um einen Eindruck zu bekommen, wie es damals ausgesehen hat, ist der wiederaufgebaute Altar aber auf jeden Fall ein Meisterstück. An den Wänden des Raumes sind die Reliefs von der Rückseite des Altares zu sehen. Wer sich also für griechische Mythologie interessiert kann also auf 360 Grad den Kampf der Götter mit den Giganten nachvollziehen.

Weiter geht es zum nächsten Raum, wo das Markttor von Milet wartet. Links die Treppen hoch, und von der Bank aus kann man die Fassade aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus auf sich wirken lassen. Sehr schön bei dieser Geschischichtsreise ist, dass der Audio-Guide nicht nur Hintergründe erzählt, sondern auch auf einem kleinen Bildschirm zum passenden Zeitpunkt eine Karte bereithält.

 

Ein drittes Highlight ist dann das Ischtar-Tor aus dem 6. Jahrundert vor Christus. Im Orginal wiederaufgebaut vermittelt es einen Einblick in die babylonische Kultur, wo es Teil der Stadtmauer war und früher zu den sieben Weltwundern gezählt hat. Auch hier wieder ein Rundum-Erlebnis, das in den angrenzenden Räumen durch kleinere, aber immer noch stattiche Exponate aus dieser Zeit und Region ergänzt wird.

Ischtar Tor

 

Ein Stockwerk weiter oben ist islamische Kunst zu sehen. Vasen, Schalen und Schmuck wechseln sich ab mit Räumen, die großflächig edle Teppiche mit den für Zeit und Region typischen Mustern zeigen. Weiter im Rundgang sind auch hier einige Räume und Eingangsbereiche nachgebaut, wo der Besucher sozusagen mittendrin ist in Kunst und Geschichte.

Insgesammt ist beim Pergamon-Museum zu beachten, dass ein Besucher sich zu den Hauptzeiten teilweise länger anstellen muß. Wer die Wahl hat sollte also nicht gerade am Samstag Nachmittag kommen, wenn die Reisebusse außen Schlange stehen. Für den kulturinteressierten Berliner lohnt sich sowieso die Jahreskarte, die es für 40 Euro in den staatlichen Museen gibt, und mit der man sich auch das Anstellen sparen kann.

Drei auf einen Streich: Brandenburger Tor, Reichstag und Kanzleramt

Natürlich steht für einen Besuch in Berlin das Wahrzeichen Deutschlands ganz oben auf der Liste: Das Brandenburger Tor. Es gibt eine eigene U-Bahn Station, oder man kann es mit einem Spaziergang Unter an der Spree verbinden. Steig dazu einfach an der U und S-Bahn Friedrichstraße aus. Dort siehst Du schon die Brücke über die Spree, und wenn Du Dich links hälst bist Du in 5 Minuten am Reichstag. Schön ist, hier am Ost-Ende des Tiergarten, daß Du drei Touri-Highlights in Reichweite hast:

Geradeaus ist das Kanzleramt, links ist der Reichstag und wenn Du drei Minuten nach links gehst stehst Du vor dem Brandenburger Tor. Die Wiese davor eignet sich perfekt für eine kleine Pause, mit netter Aussicht.

Mal was anderes: Nikolaiviertel

Ich war ja schon eine ganze Weile in Berlin, als ich zum ersten mal in die „historische Mitte Berlins“ ging. Zugegeben, es ist dort touristisch ohne Ende – aber irgendwie doch nett. Als einen Gegenpol zu Kreuz-Kölln würde ich das Viertel bezeichnen, wo man an der Spree, südwestlich vom Alexanderplatz, recht nett draußen sitzen und sowohl Alt-Berliner als auch internationale Küche genießen kann. Rund um die Nikolaikirche finden sich im verkehrsberuhigten Bereich neben Restaurants auch viele lustige Touri-Läden, wo man den „deutschen“ Teddybären in Lederhose erwerben kann, den man von seiner Europa-Tour auf jeden Fall mitbringen sollte : – )  .

Gleich an der U-Bahn Klosterstraße geht es los in das älteste Viertel von Berlin. Neben den barocken Wohnhäusern, zu dem auch das Lessing-Haus gehört und der bereits namensgebenden Kirche gibt es hier die Skulptur von St. Georg und – wie gesagt – haufenweise „besucherfreundliche“ Geschäfte und Restaurants.

KaDeWe – für jeden was dabei

Natürlich ist das KaDeWe am Wittenbergplatz kein geheimer Tipp. Im Gegenteil – es steht in jedem Reiseführer an prominenter Stelle. Wenn ich Besuch bekomme, gehe ich allerdings immer gerne mit wenn meine Gäste hier ins Kaufhaus gehen. Es macht immer wieder Spaß, in der Lebensmittelabteilung zu stöbern und jedes mal etwas zu finden, was genau noch gefehlt hat, in der Küche oder in der Speisekammer. Wer das Gebäude mit seinen 6 Hektar Verkaufsfläche betritt, wird erst mal von den pompösen Abteilungen verschiedener Luxusmarken überwältigt und bekommt im Erdgeschoss die Möglichkeit ganz viel Geld für ganz tollen Luxus auszugeben. image

Wer, wie ich, nicht auf Luis Vuitton steht, macht sich am besten direkt auf zu einem der Treppenhäuser. Der Betreiber des Konsumtempels ist ja Karstadt, und so sind dem einen oder anderen Kunden die Klamotten-Abteilungen in den ersten beiden Stockwerken vielleicht so ähnlich schon bekannt. Nur größer sind sie hier, und zu einigermaßen fairen Preisen findet man hier ohne viel zu laufen eine Menge unterschiedlicher Marken, ob für Frauen oder Männer.

Die wirklichen Besonderheiten kommen aber erst weiter oben, in den Lebensmittel- und Feinkostbteilungen. Hier gibt es aus aller Welt Gutes und Ausgefallenes zum Anschauen und Kaufen. Wer Gewürze sucht, Senf, Öle oder Kräuter, Biersorten oder Nudeln – so viele Variationen wie hier findet man selten. Gute Sachen aus aller Herren Länder, und ganz viel zum Stöbern. Gleich nebenan werden dann frische Waren verkauft. Fisch und Fleisch, Kuchen und Pralinen gibt es, und viele Gelegenheiten, um das eine oder andere ausgefallene Geschenk zu besorgen oder sich selber etwas ganz besonderes zu gönnen.

Wer sich hier verausgabt hat,  kann weiter nach oben, wo das Cafe-Restaurant mit seinem tollen Ausblick eine Selbstbedienungs-Auswahl an Kaffees, Tees, Torten und Gebäck, Früchten und Cremes, süßem, salzigem und herzhaftem Essen bietet, das mn mit Blick auf den Wittenbergplatz genießen kann.

Gar nicht so neu: Neues Museum

Wenn man die Namen hört, Altes Museum, Neues Museum erwartet man erst einmal Ausstellungsstücke, die alt sind – es handelt sich ja schließlich um ein Museum – oder nicht ganz so alt, denn im Namen ist ja schließlich ein “Neu”. Betritt man dann das “Neue” Museum, so wird einem klar, daß sich die Bezeichnungen nur auf die Gebäude beziehen, und auch da ist “neu” relativ.

Die orginalen Säulen

Aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt das Gebäude, es ist also 30 Jahre jünger, als das “Alte”, nebenan. Gebaut wurde es auch um Stil von Schinkel, von dessen Schüler Friedrich August Stüler, aber darauf einzugehen wäre ein eigener Artikel. Ein Geheimtipp ist es für Berlin -  Besucher unter anderem weil die Schlange meistens überschaubar ist, und die Qualität der Ausstellung und Ausstellungsstücke wie überall auf der Museumsinsel sehr hoch ist. Wer also Interesse hat, an alter Ägyptischer Kultur und an Vor- und Frühgeschichte wird hier eine interessante Zeit haben.

Sarkophag im Neuen Museum in Berlin

Der kostenlose Audioguide ist wie immer zu empfehlen, und dann beginnt man am besten ganz unten. Bei den Ägyptern dreht sich natürlich vieles um Totenkult und Sonnengott, dementsprechend beginnt der Rundgang auch mit Sarkophagen, führt dann über Statuen, alte Gebrauchsgegenstände und Papyrus-Inschriften zum grischischen Hof, wo man Zeus, Hera und Athene trifft. Auf dem Weg nach oben geht es vorbei Schliemanns Ausgrabungen zu Troja, an den römischen Ausstellungsstücken ins Mittelalter, wo dann auch das Kupferstichkabinett seine Exponate zeigt.

Bücher - Neues Museum

Auf Ebene 2 ist die Büste der Nofretete zu sehen, die Weltbekannt, und in einem eigenen Raum zu sehen ist, wo ein bis zwei Museumsangestellte darauf achten, dass jar keiner ein Foto macht. Überall sonst ist das Fotografieren natürlich erlaubt, nur bei empfindlichen Ausstellungsstücken muss es ohne Blitz sein. Das oberste Stockwerk ist dem Deutsch-Russischen Verhältnis gewidmet, und es gibt Deutsche Ausstellungsstücke aus Russland und russische Ausstellungsstücke aud Deutschland, sowie  Herrscher, die für beide Länder wichtig waren zu sehen.

Top 10 Berlin Sightseeing: Museumsinsel

Alles in allem ist das Neue Museum einen oder mehrere Besuche wert, weil es authentische Stücke zeigt und die Ausstellung von Objekten und Räumlichkeitenher vielseitig ist.