Kategorie-Archiv: Ausflug

Picknick Berlin: Am Liepnitzsee

Gleich hinter Bernau, bei Wandlitz liegt der Liepnitzsee. Ein Geheimtipp für die Städter, die ein paar mehr Stunden für den Ausflug in die Natur zu investieren bereit sind, um beim gemütlichen Picknick Berlin ein Stück weit weg sein lassen. Leicht in einer dreiviertel Stunde zu erreichen, kann man hier alles was man zum Entspannen braucht machen: Wandern, Boot fahren und Kuchen essen – oder Steaks. Am einfachsten verlässt man die A11 bei Schmetzdorf, folgt gut 6 Kilometer der Wandlitzer Chaussee und parkt dann, wenn rechts ein Haus und viele Parkplätze kommen sein Auto. Dem Wanderweg folgend, einfach rein in den Wald.

Geheimtipps Berlin: Der Liepnitzsee

Keine Angst, von hier ist der See nicht zu verfehen. 500 Meter weiter ist schon das Wasser zu sehen, und in der Mitte die Liepnitzseeinsel, die fast ein Drittel der Seefläche ausmacht. Zwei Möglichkeiten bieten sich für den Spaziergang an: Ganz herum laufen, ungefähr neun Kilometer, oder bis zur Fähre, dann zur Insel, rüber auf die andere Seite und von da aus zurück, was etwa sechs Kilometer zu laufen sind. Der Weg am See führt an der Bootsanlegestelle vorbei, die gut ausgeschildert ist und regelmäßig bedient wird. Wie lange es dauert bis die Fähre kommt läßt sich leicht abschätzen, denn von hier aus ist der Dreieckskurs Nordseite – Insel – Südseite leicht einsehbar. Für drei Euro bringt einen der Fährmann auf die Insel, und später auch wieder zurück.

Fähre am Liepnitzsee

Der Vorteil eines Insel-Besuchs ist die Gaststätte, die bei schönem Wetter Sonnenplätze und eine Stärkung bereithält. Ob Kaffee und Kuchen, oder Steak mit Kartoffelsalat, beides kann man hier für faire vier Euro bekommen, und im Biergarten, zwischen einzelnen Bäumen und einem Spielplatz für die Kleinen zu sich nehmen.

Wer einen ganzen Nachmittag zu investieren bereit ist um ins Grüne zu kommen, der ist am Liepnitzsee genau richtig. Ein ganzes Stück abseits von der Großstadt findet sich hier Ruhe. Auch wenn die Grünen Flecken der Stadt selbst überlaufen sind, kann man mit mitgebrachtem Picknick auf eine der vielen Plätze mit Holztischen und -bänken in schöner Atmosphäre essen und sich erholen.

Kaiserschmarrn am Wasser

Für den sonnigen Sonntagnachmittag habe ich den Geheimtipp: Spazieren im Grünen und schlemmen am See. Mit der S-Bahn kommt man bis zur Station Grunewald. Dort ist auch ein Parkplatz und es beginnen hier eine Reihe von Wanderwegen durch den Grunewald. Besonders an Sonn- und Feiertagen sind hier eine ganze Menge Leute unterwegs. Spaziergänger, Jogger, Fahrradfahrer, Familien, Hundebesitzer – Großstädter, die das Grüne suchen, und hier auch finden. Der Grunewald ist groß genug, dass sich die Menschen auch an schönen Tagen einigermaßen verteilen und jeder nach Lust und Laune seinen Kurzausflug machen und genießen kann.

Wanderweg

Wer sich in dem Netz aus Wegen westlich hält kommt auf den Königsweg, und kann je nach Präferenz auf ausgebauteren Geh- und Radwegen oder auf kleinen Waldwegen laufen. Regelmäßig weisen Schilder und Wanderkarten den Weg. Nach etwa acht Kilometern, kommt die Havel. Diese ist recht breit an dieser Stelle und wer zur richtigen Zeit dort ist sieht einen wunderbaren Sonnenuntergang über dem Wasser. Ein schönes Schmankerl für den Spaziergang ist ein Besuch auf der Insel Lindwerder. Die Wegweiser führen den Spazierenden zur Fähre, und dort kostet es einen Euro, einmal hin und einmal zurück zu fahren. Das schönste kommt allerdings zwischen den Bootsfahrten. Auf Lindwerder wartet ein Cafe und Restaurant auf die Besucher und direkt am Wasser sitzend bestellt man sich, wenn man das mag, am besten einen Kaiserschmarrn.

Kaiserschmarrn

Die etwa Zehn Euro sind gut investiert, denn die Portion reicht locker für zwei Personen, wird mit Pflaumen und Soße serviert und ist wirklich sehr lecker. Der Ausblick über den Fluß, auf die Boote und den westlichen Fernsehturm runden die Stärkungspause angenehm ab. Wer danach nicht zurücklaufen möchte, den bringt der Bus 218 Richtung Pfaueninsel, der mindestens stündlich fährt in einer viertel Stunde zurück ins S-Bahn-Netz von Berlin.

Raus ins Grüne

Raus aus der Stadt, rein ins Grüne, rein ins Wasser und danach ein frisches Weizen, das geht ganz einfach und schnell.

Im Sommer mach ich’s manchmal jeden Tag, ich setze mich in die S-Bahn Richtung Station „Schlachtensee“ und in einer halben Stunde bin ich dann aus der Innenstadt mitten am Wasser. Von der Station aus nehme ich den Ausgang Schlachtensee, und 100 Meter weiter geht schon der Rundweg vorbei. Eine Stunde dauert es etwa, wenn man herum läuft, am liebsten links rum, also im Uhrzeigersinn. Badestellen gibt es wirklich genug, aber ich mache es meistens so: Erst 20 Minuten laufen. Der See ist länglich, und man kommt am schmalen Ende vorbei. Hier ist meistens nicht so viel los, es gibt Schilf und wie überall einen ordentlich befestigten Schotterweg. Außerdem findet man hier einen Baum mit Trittstufen, auf den man klettern und sich am befestigten Seil ins Wasser schwingen kann, aber man kann auch ganz normal ins Wasser gehen. Im sauberen Wasser kann man dann eine, je nach Temperatur, kleinere oder größere Runde schwimmen und dann wieder zu seinen Sachen, um sich abzutrocknen und weiterzulaufen. Obwohl es natürlich Sinn macht keine Wertgegenstände am Rand liegen zu lassen, ist noch nie etwas weggekommen, auch bei einer größeren Schwimmrunde. Nach einem weiteren Drittel des Weges wartet am anderen Ende des Sees die Belohnung: Der Biergarten an der Fischerhütte. Unten gibt’s zur Selbstbedienung Weizen und Weißwürste oder Kaffee und Kuchen, und oben wartet ein Restaurant mit allem drum und dran. Besonders günstig ist es hier meiner Meinung nach nicht, aber die Atmösphäre ist echt richtig schön und es lohnt sich. Frisch gestärkt geht es dann weiter, das letzte Drittel zu Fuß Richtung Station. Kurz vor der S-Bahn kommt übrigens noch der Ruderbootverleih. Wer also Lust auf einen entspannten Bootstrip hat, der ist hier mit 9 Euro und einem Personalausweis als Pfand dabei. Den gleichen Weg geht es dann zurück, vom See zur Bahn, die einen dann im Viertel-Stunden-Takt zurück in die Stadt bringt.

 

Klettern über der Stadt

Ein richtig großes Stahlgestell steht da, mitten in Mitte, und ganz oben sind Trabbis und Strandkörbe mit dicken Stahlseilen befestigt.

Erstmal habe ich gestaunt, was das da soll – zwei Stunden später war ich restlos begeistert. Es war ein Sommertag und meine Freundin und ich sind losgefahren zum Sightseeing, wie die letzten Tage. Über Abwechslung waren wir froh, und so schauten wir uns erst mal aus der Nähe an, was da, gleich in der Nähe vom Nordbahnhof auf uns wartete. Ein Hochseilgarten, soviel war uns schnell klar – auch wenn ich sowas nur auf dem Land oder im Wald gesehen hatte.

Hochseilgarten mitten in Berlin

Die Kinder und Erwachsenen, die dort oben aus dem Strandkorb herunterwinkten haben uns neugierig gemacht, und so lösten wir ein Ticket (19 Euro für 2:30 Stunden) und holten unseren Leih-Klettergurt ab. Die Fünf Minuten Einweisung, wie die Karabiner zu verwenden sind waren erhellend. Dort gibt es ein System aus Seilen Klettergurt und Karabinern, mit dem, egal wie doof man sich anstellt, nichts passieren kann, denn man ist immer gesichert.

Dann kam die Höhenangst dran. Das erste Stockwerk ist noch einfach, und gar nicht soo hoch. Eine gute Sache zur Desensibilisierung. Spannender wurde es dann im zweiten Stock. Nachdem man sich ein paar mal übernommen hat und dann in den Seilen gehangen ist weiß man auch: das Seilsystem hält. Mit dem Wissen ging es dann rauf in den dritten Stock. Über Balken und Seile, durch Reifen und Röhren kamen wir dann auch zu dem vorher von Unten bestaunten Strandkorb. Tolle Aussicht dort droben, und eine wunderbare Abwechslung an einem Sightseeingtag in Berlin.

Der Klettergarten findet sich in der Caroline-Michaelis-Straße 8 und unter www.mountmitte.de