Archiv für den Monat: Dezember 2012

Das Restautant Duke im Ellington Hotel


Aus den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts stammt das Gebäude, in dem das Ellington-Hotel seine Gäste empfängt. Dass das Gebäude Geschichte hat, und denkmalgeschützt ist, daran entsteht kein Zweifel, denn schon im Eingangsbereich zeigen die grün-weißen Fliesen auf recht passende Art den Geschmack einer vergangenen Epoche.

Ellington Hotel Eingangsbereich

Der Pater-Noster ist zwar inzwischen durch einen modernen Aufzug ersetzt, aber wer genau hinsieht kann in den Milchglasscheiben, gleich nach dem Eingangsbereich noch erkennen, wofür das Gebäude früher genutzt wurde: Als Landeshauptkasse. Ein Stück weiter in die Vergangenheit war das Gebäude das Berliner Theater und noch ein Stück früher, unter dem Namen Badewanne, spielten hier Louis Armstrong, Ella Fitzgerald und Duke Ellington.

Den Bezug zu dieser Zeit, und zum Jazz behält das Hotel durch seinen Stil und die Musik. Regelmäßig gibt es im zum Hotel gehörenden Restaurant einen Jazz-Brunch, wo der Besucher bei einem Glas Crémant neben normalem Frühstück auch frischen Räucherfisch und Steaks genießen kann – natürlich bei Live-Jazz. Abends überträgt das Jazz-Radio seine Musik direkt aus dem Lounge-Bereich, ein kleines Studio ist, nur durch Glas abgetrennt, extra dafür eingerichtet. Das Restaurant bietet natürlich auch vornehmes Essen.

Für etwa hundert Euro gibt es ein Fünf-Gänge Menü mit Weinbegleitung in schickem Ambiente. Das Essen ist gut, aber nicht notwendiger Weise ein Geheimtipp. Der Besuch lohnt sich eher wegen der stilvollen Atmosphäre, der guten Cocktails und Weine. Bestellt man eine besondere Rarität aus der Weinkarte, so kommt die Flasche aus dem Wein-Tresor. Ein Relikt aus der Zeit des Gebäudes als Finanz-Haupt-Direktion, als ein mehrere Quadratmeter großer Tresor die Bargeldvorräte der Region beherbergte. Heute werden dort die Wein-Schätze gelagert, und auf Nachfrage kann man den schick aufgemachten Raum, in dem damals das Begrüßungsgeld Kistenweise gelagert wurde, auch besichtigen.

Zu erreichen ist das Ellington indem man bei der U-Bahn-Station Wittenbergplatz aussteigt und 5 Minuten läuft, am KaDeWe vorbei, links  in die Nürnberger Straße und dann bis Nummer 50

Checkpoint Charlie

Am Checkpoint Charlie muss man gewesen sein, wenn man in Berlin war. Hier fahren die Reisebusse reihenweise entlang, und die Touri-Quote ist wirklich hoch. Der ehemalig wichtigste Grenzübergang zwischen sowjetischem und amerikanischen Sektor liegt am Ende der Friedrichstraße und es sind dort einige Museen zur Besatzungszeit sowie zahlreiche Fast-Food Filialen und Souvenir-Läden. Genau hier haben sich auch viele Start-Ups und IT-Unternehmen angesiedelt, sodass es zwischen den Besuchern, die gemütlich entlang schlendern auch immer wieder Leute mit einem Coffee-To-Go auf dem weg in die oder aus der Arbeit hindurchschlängeln.

Bild vom Haus am Checkpoint Charlie

Darüber hinaus gibt es wieder aufgestellte Stücke der Berliner Mauer zu sehen und natürlich diverse in China produzierte Sowjet-Mützen, Anhänger und Gimmicks. Wände mit Fotos und Texten beschreiben und zeigen, was hier zu Kriegsende und zur Zeit des Mauerbaues stattgefunden hat und wie es dabei aussah. Ganz wichtig natürlich für alle Leute die auf Klassenfahrt sind: Das Foto mit dem als Grenzposten verkleideten “Stand-Up-Artist”, für Facebook und Google+.

Obwohl es natürlich überhaupt kein geheimer Tipp ist, finde ich einen Besuch hier trotzdem irgendwie nett. Es liegt ja sozusagen auf dem Weg, wenn man die Friedrichstraße entlang spaziert,  und wenn man den Backpacker-Kommerz  mit einem freundlichen Schmunzeln kommentieren kann, sollte man an dieser geschichtsträchtigen Kreuzung schon mal vorbeischauen.