Archiv für den Monat: Oktober 2012

Picknick Berlin: Am Liepnitzsee

Gleich hinter Bernau, bei Wandlitz liegt der Liepnitzsee. Ein Geheimtipp für die Städter, die ein paar mehr Stunden für den Ausflug in die Natur zu investieren bereit sind, um beim gemütlichen Picknick Berlin ein Stück weit weg sein lassen. Leicht in einer dreiviertel Stunde zu erreichen, kann man hier alles was man zum Entspannen braucht machen: Wandern, Boot fahren und Kuchen essen – oder Steaks. Am einfachsten verlässt man die A11 bei Schmetzdorf, folgt gut 6 Kilometer der Wandlitzer Chaussee und parkt dann, wenn rechts ein Haus und viele Parkplätze kommen sein Auto. Dem Wanderweg folgend, einfach rein in den Wald.

Geheimtipps Berlin: Der Liepnitzsee

Keine Angst, von hier ist der See nicht zu verfehen. 500 Meter weiter ist schon das Wasser zu sehen, und in der Mitte die Liepnitzseeinsel, die fast ein Drittel der Seefläche ausmacht. Zwei Möglichkeiten bieten sich für den Spaziergang an: Ganz herum laufen, ungefähr neun Kilometer, oder bis zur Fähre, dann zur Insel, rüber auf die andere Seite und von da aus zurück, was etwa sechs Kilometer zu laufen sind. Der Weg am See führt an der Bootsanlegestelle vorbei, die gut ausgeschildert ist und regelmäßig bedient wird. Wie lange es dauert bis die Fähre kommt läßt sich leicht abschätzen, denn von hier aus ist der Dreieckskurs Nordseite – Insel – Südseite leicht einsehbar. Für drei Euro bringt einen der Fährmann auf die Insel, und später auch wieder zurück.

Fähre am Liepnitzsee

Der Vorteil eines Insel-Besuchs ist die Gaststätte, die bei schönem Wetter Sonnenplätze und eine Stärkung bereithält. Ob Kaffee und Kuchen, oder Steak mit Kartoffelsalat, beides kann man hier für faire vier Euro bekommen, und im Biergarten, zwischen einzelnen Bäumen und einem Spielplatz für die Kleinen zu sich nehmen.

Wer einen ganzen Nachmittag zu investieren bereit ist um ins Grüne zu kommen, der ist am Liepnitzsee genau richtig. Ein ganzes Stück abseits von der Großstadt findet sich hier Ruhe. Auch wenn die Grünen Flecken der Stadt selbst überlaufen sind, kann man mit mitgebrachtem Picknick auf eine der vielen Plätze mit Holztischen und -bänken in schöner Atmosphäre essen und sich erholen.

Vietnam in Berlin – Dong Xuan Center

Eine eigene Welt, das ist das vietnamesische Einkaufszentrum, mitten in Lichtenberg. Dort in Berlin, wo man es nicht gerade vermutet, befindet sich einer der Geheimtipps für Vietnam- und Asienliebhaber: in der Herzbergstraße 128-139, mitten im Industriehof, und eigentlich nur mit dem Auto gut zu erreichen – dafür aber mit reichlich Parkplätzen. Vier riesige Hallen, und viele Asiaten, die dort unterwegs sind machen neugierig, was sich innen verbirgt. Betritt man eine der Hallen, erwartet einen ein langer Gang.
Vietnamesisch Shoppen in Berlin
Links Geschäfte, rechts Geschäfte, 150 Meter lang gibt es Kleidung, Schuhe, Plastikblumen, Gewürze, Elektronik, Leder, Massagesessel, Grußkarten im Tausenderpack, Schminkzeug, Led-Lampen, Uhren, Bastelzeug, viele Deko-Artikel, einiges was man brauchen kann und sehr viel was sich perfekt zum Schrott-Wichteln eignet. Gerade wer nichts bestimmtes sucht, hat am meisten Spaß, in den hunderten von Geschäften genau das zu finden.

Geheimtipp: Einkaufen mal anders

Manchmal sind Aritkel in meterhohen Regalen einsortiert, manchmal auch in den Kartons am Boden, und auch all das, was das großenteils vietnamesische Publikum sonst braucht ist in den Hallen untergebracht: Fahrschulen, Rechtanwälte, Nagelstudios, Reisebüros und Friseure. Richtig gut, wenn man gerne asiatisch kocht, sind die Supermärkte im Dong-Xuan-Center. Hier gibt es eine Menge: Fisch, der noch schwimmt, frisches Obst und Gemüse für fern-östliche Gerichte, Reis sackweise,  und Gewürze, Getränke und Konserven, aber auch Kochutensilien und Geschirr.

Asien-Supermarkt

Der Dong-Xuan-Center zählt definitiv zu den Geheimtipps für Berliner Asien-Freunde, bietet eine nette “Parallel-Welt”, das eine oder andere unerwartete Schnäppchen, und mehrere authentische vietnamesiche Restaurants.

Pergamonmuseum

Antikensammlung, Vorderasiatische und Islamische Kunst

Was das Pergamonmuseum von den meisten anderen Museen, die ich kenne unterscheidet ist die Art und größe der ausgestellten Objekte. Besonders schön und sehenswert sind die aus Orginalteilen nachgebauten Fassaden, Tore und Tempel.

Gleich im ersten Raum erwartet den Besucher ein beeindruckender Anblick. So sah es aus, auf dem Burgberg in Kleinasien, im zweiten Jahrhundert vor Christus:

Pergamon Altar

Zugegeben, die Leute damals hatten keine Digicam in der Hand, und waren wohl auch anders gekleidet. Um einen Eindruck zu bekommen, wie es damals ausgesehen hat, ist der wiederaufgebaute Altar aber auf jeden Fall ein Meisterstück. An den Wänden des Raumes sind die Reliefs von der Rückseite des Altares zu sehen. Wer sich also für griechische Mythologie interessiert kann also auf 360 Grad den Kampf der Götter mit den Giganten nachvollziehen.

Weiter geht es zum nächsten Raum, wo das Markttor von Milet wartet. Links die Treppen hoch, und von der Bank aus kann man die Fassade aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus auf sich wirken lassen. Sehr schön bei dieser Geschischichtsreise ist, dass der Audio-Guide nicht nur Hintergründe erzählt, sondern auch auf einem kleinen Bildschirm zum passenden Zeitpunkt eine Karte bereithält.

 

Ein drittes Highlight ist dann das Ischtar-Tor aus dem 6. Jahrundert vor Christus. Im Orginal wiederaufgebaut vermittelt es einen Einblick in die babylonische Kultur, wo es Teil der Stadtmauer war und früher zu den sieben Weltwundern gezählt hat. Auch hier wieder ein Rundum-Erlebnis, das in den angrenzenden Räumen durch kleinere, aber immer noch stattiche Exponate aus dieser Zeit und Region ergänzt wird.

Ischtar Tor

 

Ein Stockwerk weiter oben ist islamische Kunst zu sehen. Vasen, Schalen und Schmuck wechseln sich ab mit Räumen, die großflächig edle Teppiche mit den für Zeit und Region typischen Mustern zeigen. Weiter im Rundgang sind auch hier einige Räume und Eingangsbereiche nachgebaut, wo der Besucher sozusagen mittendrin ist in Kunst und Geschichte.

Insgesammt ist beim Pergamon-Museum zu beachten, dass ein Besucher sich zu den Hauptzeiten teilweise länger anstellen muß. Wer die Wahl hat sollte also nicht gerade am Samstag Nachmittag kommen, wenn die Reisebusse außen Schlange stehen. Für den kulturinteressierten Berliner lohnt sich sowieso die Jahreskarte, die es für 40 Euro in den staatlichen Museen gibt, und mit der man sich auch das Anstellen sparen kann.

Kaiserschmarrn am Wasser

Für den sonnigen Sonntagnachmittag habe ich den Geheimtipp: Spazieren im Grünen und schlemmen am See. Mit der S-Bahn kommt man bis zur Station Grunewald. Dort ist auch ein Parkplatz und es beginnen hier eine Reihe von Wanderwegen durch den Grunewald. Besonders an Sonn- und Feiertagen sind hier eine ganze Menge Leute unterwegs. Spaziergänger, Jogger, Fahrradfahrer, Familien, Hundebesitzer – Großstädter, die das Grüne suchen, und hier auch finden. Der Grunewald ist groß genug, dass sich die Menschen auch an schönen Tagen einigermaßen verteilen und jeder nach Lust und Laune seinen Kurzausflug machen und genießen kann.

Wanderweg

Wer sich in dem Netz aus Wegen westlich hält kommt auf den Königsweg, und kann je nach Präferenz auf ausgebauteren Geh- und Radwegen oder auf kleinen Waldwegen laufen. Regelmäßig weisen Schilder und Wanderkarten den Weg. Nach etwa acht Kilometern, kommt die Havel. Diese ist recht breit an dieser Stelle und wer zur richtigen Zeit dort ist sieht einen wunderbaren Sonnenuntergang über dem Wasser. Ein schönes Schmankerl für den Spaziergang ist ein Besuch auf der Insel Lindwerder. Die Wegweiser führen den Spazierenden zur Fähre, und dort kostet es einen Euro, einmal hin und einmal zurück zu fahren. Das schönste kommt allerdings zwischen den Bootsfahrten. Auf Lindwerder wartet ein Cafe und Restaurant auf die Besucher und direkt am Wasser sitzend bestellt man sich, wenn man das mag, am besten einen Kaiserschmarrn.

Kaiserschmarrn

Die etwa Zehn Euro sind gut investiert, denn die Portion reicht locker für zwei Personen, wird mit Pflaumen und Soße serviert und ist wirklich sehr lecker. Der Ausblick über den Fluß, auf die Boote und den westlichen Fernsehturm runden die Stärkungspause angenehm ab. Wer danach nicht zurücklaufen möchte, den bringt der Bus 218 Richtung Pfaueninsel, der mindestens stündlich fährt in einer viertel Stunde zurück ins S-Bahn-Netz von Berlin.